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Rheinsberger Hofkapelle – Ausschreibung / Auswahlverfahren

Rheinsberger Hofkapelle 2020/2021Ensemble Mozaique

Seit der Wiedereröffnung des Rheinsberger Schlosstheaters im Jahr 2000, rund 250 Jahre nach der historischen Hofkapelle des Kronprinzen Friedrich, vergibt die Musikakademie Rheinsberg jährlich den geschützten Titel »Rheinsberger Hofkapelle« an ein junges Ensemble für historische Aufführungspraxis. Die Vergabe des Titels ist verbunden mit einem Förderprogramm für junge Ensembles im Bereich der Alten Musik.

Das Förderprogramm beginnt im Herbst und gilt für ein Jahr. Ziele sind die künstlerische und konzeptionelle Weiterentwicklung des Ensembles sowie die Förderung des musikalischen Erbes der historischen Rheinsberger Hofkapelle.

Im Rahmen des Förderprogramms werden dem Ensemble folgende Möglichkeiten geboten:

ZEIT UND RAUM
um in der Musikakademie Rheinsberg zu proben, zu planen und zu forschen:
4 Arbeitsphasen á 7 Tage, Übernahme von Fahrt-, Übernachtungs- und Verpflegungskosten

WEITERBILDUNG
auf das Ensemble zugeschnittene Programme z.B. zu Marketing, Arbeitsmethoden, Finanzierung, etc.

KONZERTE
im Rahmen des Spielplans der Kammeroper Schloss Rheinsberg und des Schlosstheaters Rheinsberg sowie weiterer Kooperationspartner (mit Honorar)

Ausschreibung / Teilnahmebedingungen

  • Um den Titel »Rheinsberger Hofkapelle« können sich Ensembles (4 – 7 Instrumentalist*innen und Sänger*innen) bewerben, denen die historisch informierte Aufführungspraxis ein grundlegendes Interpretationsanliegen ist.
  • Jedes Ensemblemitglied muss auf einem historischen Instrument oder dem Nachbau eines solchen spielen.
    Den Ensembles wird ein Cembalo 415/430 Hz für das Auswahlkonzert sowie für die Arbeitsphasen zur Verfügung gestellt.
  • Ausgeschrieben wird in der Regel im Herbst. Der Einsendeschluss für die Bewerbung um den Titel »Rheinsberger Hofkapelle« 2021/22 war der 13. Dezember 2020.
  • Teilnehmen können Ensembles mit einem Durchschnittsalter von 32 Jahren oder jünger, das älteste Ensemblemitglied darf maximal 36 Jahre alt sein (Stichtag war 30. Januar 2021).
  • Für jedes Ensemblemitglied muss eine gültige Arbeitserlaubnis für die EU vorliegen.
  • Die Entscheidungen der Jury sind in allen Fällen nicht anfechtbar, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
  • Mit der Anmeldung erkennt jedes Ensemble die o.g. Bedingungen an.
    Die deutsche Fassung des Ausschreibungstextes ist verbindlich.

Einzureichen sind

  • Zwei Klangbeispiele: Werke unterschiedlichen Charakters, nicht älter als 2 Jahre und mind. 3 Minuten (MP3, max. 10 MB)
  • Entwurf eines Konzertprogramms für ein Konzert zum Thema »Historische Rheinsberger Hofkapelle« (Dauer ca. 60 min.)
  • Formalia: Ensemblefoto (300 dpi, JPG), Vita, Kopie Reisepass oder Personalausweis, ausgefülltes Bewerbungsformular

Öffentliches Konzert vor der Jury

Nach einer Vorauswahl werden drei Ensembles eingeladen, sich in einem öffentlichen Konzert am 30. Januar 2021 in Rheinsberg mit einem 15- bis 20-minütigen Programm mit Musik des 18. Jahrhunderts zu präsentieren. Dieses Konzert wird mit pauschal 1.000 € pro Ensemble vergütet. Zusätzlich kann bei Notwendigkeit eine Übernachtung im Gästehaus der Musikakademie Rheinsberg gestellt werden. Weitere Kosten werden nicht übernommen. Auf Grundlage von künstlerischer und konzeptioneller Qualität wählt eine von der Musikakademie Rheinsberg eingesetzte Jury die »Rheinsberger Hofkapelle« des kommenden Jahres aus.

Die historische Rheinsberger Hofkapelle

Hofkapellen gab es bereits im Mittelalter; sie erlebten jedoch vor allem im 17. und 18. Jahrhundert einen besonderen Aufschwung. Als der 24-jährige Kronprinz Friedrich 1736 mit seiner Gemahlin das Rheinsberger Schloss bezog, gehörte die Gründung seiner ersten Kapelle zur Einrichtung des Hofstaates. Für vier Jahre erlebte Rheinsberg mit der damaligen »Rheinsberger Hofkapelle« eine Blütezeit vorklassischer Musik. Bis zur Thronbesteigung Friedrichs in Berlin im Jahr 1740 sind 17 Musiker, Friedrich mitgezählt, namentlich bekannt, die ganz oder teilweise in der Rheinsberger Hofkapelle mitwirkten. Dazu gehören so illustre Namen wie Johann Joachim Quantz, Franz Benda, die Brüder Johann Gottlieb und Carl Heinrich Graun, Christoph Schaffrath, Johann Gottlieb Janitsch oder Carl Philipp Emanuel Bach. Nach seiner Thronbesteigung nahm Friedrich II. seine »Rheinsberger Hofkapelle« mit nach Berlin bzw. Potsdam.

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